Unser Tipp für Eisenbahnfreunde: Golden Spike, Ogden Union Station und Heber Valley Railroad

Am 10. Mai 1869 fand im Norden des Großen Salzsees in Utah ein wahrhaft historisches Ereignis statt: die erste transkontinentale Eisenbahnverbindung in der Geschichte Nordamerikas wurde zusammengeführt! Von Osten her, aus Omaha/Nebraska, trieb die Union Pacific seit 1865 die Schienen in Richtung Westen voran. Von Westen her, aus Sacramento/Kalifornien, wurden die Schienen von Central Pacific Richtung Osten aneinandergereiht. Beide Gesellschaften lieferten sich einen erbitterten Wettkampf mit der Zeit. Schließlich erreichten beide ihr Ziel in Utah Territory, wo am 10. Mai mit der letzten Schiene und großen Feierlichkeiten die Strecken am Promontory Summit endgültig miteinander verbunden wurden. Der berühmte Golden Spike, der goldene Nagel, wurde hier jedoch nie eingeschlagen. Für die Zeremonie wurden zwar spezielle Nägel verwendet, danach aber gegen normale Eisennägel getauscht. Endgültig eingeweiht wurde die Strecke, als von Osten die Lokomotive No. 119 und von Westen die Lokomotive No. 60, eher bekannt als Jupiter, einfuhren.
An der Stelle befindet sich heute die Golden Spike National Historic Site. Sie wird vom National Park Service betrieben, hat ein Besucherzentrum und ein kleines Museum.

Anfahrt, Öffnungszeiten und Eintritt

Golden Spike NHS liegt im Norden Utahs, am nördlichen Ende des Großen Salzsees, mitten in der Wüste, 50 km westlich der Stadt Brigham City. Das Besucherzentrum ist täglich von 9:00 bis 17:00 Uhr geöffnet (Feiertage beachten). Der Eintritt beträgt (pro Auto) im Sommer 7 USD, im Winter 5 USD. Wer bereits einen Nationalparkspass besitzt, kann sich freuen, denn dieser gilt hier ebenfalls.
Geboten wird hier umso mehr. Im Visitor Center, gleichzeitig auch ein kleines Museum, kann man sich eingehend mit der Geschichte dieses Orts vertraut machen, Souvenirs und Literatur zum Thema kaufen. Besonders schön aber ist es draußen: mehrmals täglich fahren hier originale Nachbauten von No. 119 und Jupiter mit viel Dampf und lautem Getöse ein.


Aber das ist nicht alles zum Thema Eisenbahnen in Utah. Die Stadt Ogden, nach der Fertigstellung der Ost-West Verbindung am nahegelegenen Promontory Summit der wichtigste Eisenbahnknotenpunkt der Region, entwickelte sich, wie viele Eisenbahnstädte, zunächst zu einer Stadt mit zweifelhaftem Ruf und ebenso vielen Saloons. Nachdem der Knotenpunkt verlagert wurde, wurde es auch in Ogden ruhiger. Aber heute zieht die Stadt im Winter nicht nur Skifahrer sondern auch ganzjährig Eisenbahnfreunde an. Das Utah State Railroad Museum in der schönen Union Station am Ende der historischen 25th Street - auf der man heute übrigens immer noch tolle Kneipen und Restaurants findet - lohnt unbedingt einen Besuch.

Und wer schonmal hier ist, sollte einen Abstecher ins nahegelegene Heber City machen. Heber im Herzen der Wasatch Mountains ist ein malerisches Dörfchen mit Wildwest Charakter. Besonders aber lockt eine dreistündige „Provo Canyon Limited" Fahrt (30 USD) mit der historischen Heber Valley Historic Railroad, die entlang der Ufer des Deer Creek Reservoirs hinein in den Provo Canyon bis Vivian Park und wieder zurück führt. Dies ist sicher nicht nur für Eisenbahnfreunde ein Genuss! Auch kürzere Touren werden angeboten, wie die 90 minütige „Soldier Hollow Express" (24 USD) oder für Krimifreunde ein „Comedy Murder Mystery" (48 USD) bei dem man mitraten kann - oder einfach nur die Landschaft und das an Bord gereichte Dinner genießt.