Die dunkelsten Himmel im Südwesten

Wussten Sie eigentlich...dass es in Utah die dunkelsten Himmel gibt?

Der unschöne Begriff der „Lichtverschmutzung" bezeichnet die Aufhellung des Nachthimmels durch von Menschen erschaffene, installierte und betriebene Lichtquellen, deren Licht in den unteren Luftschichten der Atmosphäre gestreut wird. Der Begriff ist nicht eindeutig, da er auch so verstanden werden kann, dass das Licht verschmutzt sei, statt dessen stellt jedoch das Licht selbst die Verschmutzung dar. Dieses Phänomen beeinflusst bestehende Ökosysteme, denn so wie Meere, Böden oder Lufträume für viele Spezies nicht mehr bewohnbar sind, so hat auch die Zerstörung der Nacht vielfältige Folgen: Beispielsweise werden Pflanzen durch eine künstlich aufgehellte Umgebung in ihrem Wachstumszyklus beeinflusst und bei vielen Menschen hat sich durch die Erfindung der künstlichen Beleuchtung der Tag-Nacht-Rhythmus verschoben. Doch in Utah ist die Welt, oder besser gesagt „die Dunkelheit" noch in Ordnung.
Für all diejenigen, die einen wirklich dunklen Himmel suchen, der so weit wie möglich frei von irgendwelchen künstlichen Lichteinflüssen ist, gibt es hier speziell zu diesem Zweck drei national geschützte Plätze. Wir stellen Ihnen diese besonderen Orte vor, damit Sie bei Ihrem nächsten Besuch in Utah eine wahrhaft reine und tiefschwarze Nacht und einen grandiosen Sternenhimmel genießen können, die Sie sonst nicht so leicht finden werden.

Cedar Breaks National Monument

Auf einer Höhe von 3.000 Metern liegt im Südwesten Utahs das Cedar Breaks National Monument. Der kleine Park umfasst die bizarren Erosionsformen im Sandstein eines Hanges auf der Westseite des Markagunt-Plateaus. Der Park besteht aus zwei halbrunden Hangabbrüchen, deren Formen an Amphitheater erinnern und auch so genannt werden. Sie wurden in Jahrmillionen aus den Schichten der Pink Cliffs ausgewaschen. Auch hier gibt es besonders dunkle Himmel zu bestaunen. Aufgrund der Lage im Hochgebirge sind die Einrichtungen im Park wie z.B. das Visitor Center nur von Ende Mai bis Ende Oktober geöffnet. Campen kann man hier in der Regel von Juni bis September. In Abständen von etwa einem Monat veranstaltet der Park die so genannten Star Parties, auf denen Mitarbeiter des Parks und freiwillig mitarbeitende Astronomen Vorträge halten und wo Besucher durch ein großes, am Point Supreme bereit gestelltes Teleskop den Nachthimmel bewundern können. Genaue Termine für die Parties erfahren Sie unter www.nps.gov/cebr/upcoming-events.htm. Das Cedar Breaks National Monument befindet sich etwas mehr als 30 Kilometer östlich von Cedar City am Highway 14.

Bryce Canyon National Park

Auch Bryce Canyon hat in klaren Nächten einiges zu bieten. Um die klaren Nachthimmel auf eigene Faust oder mit Hilfe einer organisierten Tour zu beobachten, bietet der berühmte Nationalpark den Besuchern verschiedene Möglichkeiten. Die organisierten Astronomie-Programme gehören zu den ältesten und größten überhaupt und haben sich zu einem absoluten Must für alle Sternengucker entwickelt. Laut Parkverwaltung tummeln sich in manchen Nächten zwischen 100 und 300 Besucher an den Teleskopen, um das eigene Universum zu entdecken. Die Luft im Bryce Canyon ist so klar und die Gegend aufgrund fehlender Infrastruktur nachts so dunkel, dass man schon mit bloßem Auge weit über 7.500 Sterne am Himmel erkennen kann. Üblich sind normalerweise in bewohnten Gebieten nur bis zu 2.000 sichtbare Sterne.